Kims Abreise


Alles begann am 09.03.2010 mit dem Ende meiner Läufigkeit und einer daran anschließenden beginnenden Gebärmutter-/Blasenentzündung.

Ich war mit dem Personal bei unser netten Tierärztin und habe Antibiotika bekommen.

 

Kann es nicht genau sagen, aber ich fühlte, dass es Zeit war meinen Koffer zu packen.

An diesem Abend habe ich dem Personal zuliebe ein paar Bröckchen Futter aus ihrer Hand gefressen, aber es hat nicht wirklich geschmeckt - also mir nicht.

 

Das war am Dienstag und Samstag sollte ich wieder zur Tierärztin.

 

Am Donnerstag fühlte ich mich beschwingt wie der Frühling und forderte eine Gassirunde, die eigentlich viel zu lang und anstrengend war.

 

Das Personal hat mich verstanden und wir sind gelaufen ... einmal noch die Wege, einmal noch die Zeitungen lesen, hier nach einer springenden Maus hopsen, da an der Kiesgrube kommen immer die Kaninchen durch den Zaun ... alles war wie immer - nur ich merkte schon, dass dies meine letzte große Runde war.

 

Freitag konnte ich nur kurze Löserunden gehen, fressen mochte ich gar nichts mehr - nicht mal den schönen stinkigen Pansen.

 

Freitag nachts haben das Personal und ich uns verabschiedet - ganz in Ruhe - sie hat mir versprochen, dass ich gehen darf. Falls ich es allein nicht schaffe, dann so bald unsere Tierärztin die Praxis öffnet.

Zu einer fremden Tierklinik wollte sie nicht mit mir fahren - da kannte ich doch Niemand!

 

In der Zeit hat sie mich für die Reise vorbereitet, noch einmal richtig schön kämmen, das "Hinterteil" ganz fein gesäubert, ganz leicht massiert und mich dann im Arm gehalten und leise mit mir gesprochen. 

Was sie sagte habe ich leider nicht verstanden, aber es waren beruhigende Wort.

 

Dusty kam zwischendurch mal nachschauen was wir da machen, ist dann aber wieder gegangen.

 

Ganz langsam und auf eigenen Pfoten bin ich am 13.03.2010 um 09:45 Uhr die paar Meter zum Auto gelaufen, habe eine letzte Antwort geschrieben und sogar noch einen Haufen auf die Wiese gesetzt (das darf man eigentlich nicht!).

Begleitet wurde ich von Dusty und natürlich von meinem Personal.

 

Um 10:44 Uhr hatte meine Tierärztin mich an den Anfang der Regenbogenbrücke gebracht.

 

DANKE, dass ich nicht lange leiden und betteln musste - ich weiß wie schwer Menschen der Abschied fällt.

 

Versprecht mir, dass ihr mich nicht vergesst, aber auch, dass ihr weiter lebt!

Wir sehen uns irgendwann wieder und bis dahin beobachte ich was ihr da so treibt.

 

Denkt daran, dass es viele arme Nasen gibt, die froh über einen warmen Platz wären.

 

Auch Dusty braucht wieder eine Partnerin. Er ist doch der Sanfte, der sich an mir orientierte.

 

Ich habe schon Jemand im Auge - mal sehen, ob das Personal das auch versteht.

 

Das wird mein letztes Eingreifen sein. Danach schaue ich nur noch ob alles gut läuft.

 

Eure Kim

aus dem Regenbogenland

 

Bild: Kim Dusty, Golden Retriever, Hunde
Eines der letzten Bilder, kurz vor meiner Abreise