Veny's Vorgeschichte


Kennt Ihr Tuszla?

 

Tuszla liegt in Bosnien. Die Menschen hier haben wenig und noch weniger für uns Hunde.

Ich stromere mit meiner Mama durch die Welt - immer auf der Suche nach Futter.

 

Eines Tages werden wir eingefangen und kommen in ein Tierheim. Jetzt gibt es zwar recht regelmäßig etwas zu Fressen, aber dafür ist es dort voll, laut, im Winter kaaaalt, bei Regen nass und matschig, mit wenig Aussicht auf Schutz, genau so wenig Auslauf und noch weniger Menschenkontakt.

 

So lebe ich mit meiner Mama Tage, Wochen, Monate, Jahre und meine Mama wird immer schwächer.

Die Menschen werden fremder, ich immer vorsichtiger und Keiner hilft meiner Mama.

 

Ich weiß nicht wie lange ich so lebe, aber eines Tages kommen hier fremde Menschen an. Ganz vorsichtig beäuge ich sie, kann ihnen nicht wirklich vertrauen, aber sie helfen endlich meiner Mama.

 

Wir dürfen umziehen, werden ärztlich behandelt und erhalten nach Jahren endlich liebevolle Zuwendung. Meine Mama kann dieses Glück nicht mehr lange genießen, sie hat sich schon aufgegeben und geht über die Regenbogenbrücke.

 

Nach einiger Zeit (Wartezeit nach Impfung) werde ich in eine Box gesperrt und befürchte das Schlimmste.

Jetzt ist es so weit, Mama ich glaube ich komme bald zu Dir hinter die Regenbogenbrücke.

 

Die Box riecht fremd und nach Angst - ich habe auch Angst!

 

Es wird ein ziemlich langer und holpriger Weg, aber an dessen Ende steht nicht der Tod, sondern das Leben, denn die Menschen, die uns in Tuszla besuchten, haben hier ihr Zuhause.

 

Sie nennen ihr Zuhause Casa (Schutzhof Casa animale) und haben es sich zur Aufgabe gemacht nicht nur hübsche kugeläugige Welpen zu retten, sondern auch immer einen Anteil "alte Hunde".

 

Ich kann Euch sagen, es gefällt mir hier, aber trotzdem werde ich mit den Menschen nicht warm - zu viel habe ich schon erlebt.

 

Die Menschen machen sich ganz viele Gedanken um mich und ich darf auf jeden Fall hier bleiben, aber vielleicht findet sich doch noch ein Platz für mich - so glauben sie und werden nicht müde danach zu suchen.

 

Nach einigen Monaten finden sie tatsächlich einen möglichen Platz. Obwohl nicht sicher ist, ob ich wirklich in nahem Menschenkontakt leben will, soll ich die Reise antreten.

 

Da ich nicht weiß, was das genau heißt, bin ich ganz aufgeregt und warte ab, was auf mich zu kommt.

 

vorsichtige Grüße

von der schlotternden Veny

 

Anmerkung:

Veny's Geschichte hat sich so oder ähnlich zugetragen, genau weiß das Keiner.

Keinesfalls soll sie verurteilen oder anprangern, denn oftmals haben die Menschen dort nicht mehr zu essen als die Tiere und leben in direkter Konkurrenz ums Überleben.