Mäkelhund


Dieses Mal schreibe ich selbst über meine Erfahrungen im Zusammenleben mit einem "Mäkelhund".

 

Bislang beherbergte ich immer nur "4-pfotige Biotonnen" die einfach ALLES verschlungen haben.

Dusty und Kim konnte ich keine größere Freude machen, als eine Banane zu schälen und sie ihnen zu geben.

Während der Dauer des Schälens tänzelten sie mit den Vorderpfoten und sabberten so stark, dass sich vor ihren Pfoten Pfützen bildeten. Sie blieben selbst an der Brombeerhecke stehen und gingen erst weiter, wenn ich einige Beeren gepflückt und ihnen gefüttert hatte.

Nicht das wir uns missverstehen, grundsätzlich bekamen und bekommen die Hunde Premiumfutter.

Trotzdem bekamen/bekommen sie in Maßen von fast allem (so lange es ungewürzt ist) etwas ab.

 

Derzeit leben bei mir 3 ehemalige Straßenhunde, darunter ein Angsthund.

Man sollte meinen, dass sie aufgrund ihrer Vergangenheit gierig "alles" fressen, was ihnen vorgesetzt wird, Hauptsache der Bauch ist voll.

Bei Elias und Sury trifft das zu und ich muss immer aufpassen, dass sie mir nicht zu pummelig werden.

 

Dann ist da noch Veny, die scheue und ängstliche Malinois-Hündin.

 

Maleika (die Katze) kommt von draußen rein oder geht raus - Veny frisst nicht weiter.

Die Nachbarin saugt ihre Fußmatte ab - uuuuh, ein Staubsauger ... sie frisst nicht weiter.

Jemand klappt draußen die Autotür heftiger zu - sie frisst nicht weiter.

 

Okay, das sind alles Sachen die ihren Ursprung in ihrer Angst haben, aber ...

 

Trockenfutter pur - geht gar nicht.

Trockenfutter pur, aber eingeweicht - geht ebenfalls nicht.

Trockenfutter eingeweicht mit "Topping" - geht manchmal.

Kaltgepresstes Trockenfutter - geht gar nicht.

Kaltgepresstes Trockenfutter mit Topping - geht ebenfalls nicht.

Nassfutter pur - gehen einige wenige Sorten, allerdings mit Gasalarm.

Rohfleisch - rührt sie nicht an, es sei denn es ist mageres Lamm-/Rindfleisch oder Beinscheibe.

Brustknochen vom Lamm mag sie, verträgt sie aber nicht (Glibber-Output).

 

Dieser Tage brachte ich ein schönes frisches Rinderherz mit - Sury und Elias haben ihren Anteil verschlungen, Veny hat eine Stunde mit angelegten Ohren und missbilligendem Blick neben den frischen Fleischstücken gelegen, bis ich sie entfernt habe.

Ob es Trotz war, dass sie dann ihren Abendnapf ebenfalls stehen ließ?

 

Ich weiß es nicht und kann es auch nicht einordnen. Es lässt sich in kein Raster einpassen. Heute mag sie das Topping, morgen geht die gleiche Sorte gaaaar nicht.

 

Hier lebt ein Hund der es schafft

- mit spitzen Eckzähnen ein Lecker anzunehmen,

- sich damit in den Korb zu legen und

- es stundenlang zu missachten,

- aus einem durchgerührten Napf mit noch spitzeren Zähnen einzelne Komponenten

  heraus zu pulen

- neben einem schönen saftigen Stück Fleisch jammervoll zu leiden, ohne es zu

  fressen

- einen oder zwei Näpfe OHNE ersichtlichen Grund zu verweigern

usw., usw.

 

Wenn Veny wenigstens ein wenig pummelig wäre ... sie ist jedoch sehr schlank - um die 21 kg.

 

Mit ihrer Angst und Scheu kann ich gut umgehen und es akzeptieren, aber die Futtermäkelei kostet mich Nerven.

 

Mir will nicht in den Kopf, dass ein Straßenhund derart wählerisch ist.

Organische Ursachen sind übrigens ausgeschlossen (also z. B. desolate Zähne - sie sind zwar nicht die Besten, aber schmerzfrei).

 

Ich dachte mir es gibt sicher noch ein paar Leidensgenossen dort draußen und deshalb schrieb ich meine Gedanken mal zusammen.

 

Personal

Gabriela

 

 

Bild: Hund, Veny, Malinois auf Wiese