Auslandshunde


Das Thema Auslandshunde ist immer sehr emotional. Da ich nun aber selbst 3 Auslandshunde aufgenommen habe, möchte ich das wenigstens mal thematisieren.

 

Würde ich noch mal eine Auslandshund aufnehmen?

Ja, aber ... nur von einer Orga die serösen Tierschutz betreibt, sich vorwiegend für den Tierschutz im jeweiligen Land einsetzt und nur vereinzelt Hunde importiert.

 

Was verstehe ich unter seriösem Tierschutz im Ausland?

In erster Linie sollten Aufklärung und Kastration vor Ort erfolgen. Die reine Rettung auf Deibel komm heraus ändert nichts an der Situation im jeweiligen Land. Oftmals wird sogar, dort wo in Massen heraus geholt wird, extra für Nachwuchs gesorgt.

 

Was ist mit vereinzelt gemeint?

Hat man in Deutschland einen festen passenden Interessenten UND einen Notfallplatz, falls das beim Interessenten nicht klappt (aus welchen Gründen auch immer), kann ein Tier gerne reisen.

Gibt es allerdings keinen festen Platz oder auch nur keine Ausweichmöglichkeit, dann ist das Tier immer noch besser in seinem Ursprungsland aufgehoben, als als Wanderpokal in Deutschland zu verkommen.

Es kann einfach nicht sein, dass teilweise Tiere schon mit dem Transport unterwegs sind und dann erst noch Plätze gesucht werden.

 

Wie stehe ich zum Transport/der Rettung von "kranken Tieren"?

Das ist je nach Situation ein rotes Tuch für mich, weil es in meinen Augen kein Tierschutz sein kann Tiere mit großflächigen offenen Wunden oder Brüchen viele Stunden durch die Gegend zu karren.

Wo bleibt da der Tierschutz, wo die Empathie für das Tier?

Das hat die Schmerzen gefälligst auszuhalten, weil es ja nach Deutschland transportiert wird?

Ich empfehle jedem Befürworter, sich mit einem eigenen offenen Beinbruch mal mehrere Stunden durch die Gegend schaukeln zu lassen. Aber bitteschön nicht auf einer gepolsterten/gefederten Liege, sondern auf einem mit einem Tuch bedeckten Brett (in eine Box passt man ja nicht).

Mal schauen, ob man dann immer noch so leichtfertig geschundene Kreaturen ohne Rücksicht transportiert.

 

Was würde ich stattdessen tun?

Dafür sorgen, dass das Tier vor Ort versorgt und geheilt wird. Nach dem Heilungsprozess kann man entscheiden, ob es einen festen Platz in Deutschland gibt, oder ob es nicht besser ist dem Tier wieder ein Leben in Freiheit zu ermöglichen (falls es ein Straßenhund war), eventuell mit festem Futterplatz.

 

Mein Fazit:

Grundsätzlich ist gegen einen Auslandshund und auch vernünftige Transporte nichts einzuwenden, wenn denn wirklich tierschutzgerecht gehandelt wird.

Vor allen Dingen wenn dabei auch beachtet wird WO kommt das Tier her und WO soll das Tier hin? Da werden teilweise Angsthunde in Großstädte/Etagenwohnungen vermittelt, oder reine Straßen-/Hofhunde (also Außenhaltung) in reine Wohnungshaltung ohne Gartenzugang usw., usw. Das ist auf keinen Fall im Sinne des Tieres - meiner Meinung nach!